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Triggerpunkttherapie

„Der Triggerpunkt, wie er heute definiert wird, ist gewiss die häufigste Manifestation des Schmerzes im Bewegungssystem, wenn nicht im Organismus überhaupt. Trotzdem wird ihm bei weitem nicht die Aufmerksamkeit gewidmet, die seiner Bedeutung entspricht.“
Prof. Karl Lewit, M.D., Dr. Sc., Prag, aus dem Geleitwort zu „Triggerpunkt-Therapie“ von Beat Dejung, Bern, 3. Auflage, 2009

Die Geschichte der Triggerpunkt-Medizin

Die erste Beschreibung einer „Triggerpunkt-Akupunktur“ stammt aus dem 17. Jahrhundert. Ein Militärarzt der Holländischen Ostindien-Handelsgesellschaft, Willem ten Rhijne, beschrieb die Akupunktur-Behandlung eines japanischen Soldaten auf Java. Dieser hatte immer wieder heftige Bauchschmerzen und konnte durch die Nadelung des linken Oberbauchmuskels von seinen Schmerzen befreit werden.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts (1821 bis 1828) berichteten namhafte Ärzte in Europa und Amerika von beeindruckenden Therapieerfolgen bei Rückenschmerzen. Sie behandelten ihre Patienten mit Akupunktur-Nadeln ausschließlich an den schmerzhaften Stellen der Rückenmuskulatur. Heute weiß man, dass in dieser Region wichtige Triggerpunkte der oberflächlichen und tiefen Rückenmuskeln liegen.

Etwa 100 Jahre später fanden Ärzte bei der Untersuchung von Patienten mit Beinschmerzen druckschmerzhafte Muskeln in der Gesäßmuskulatur - also in deutlicher Entfernung von der eigentlichen Schmerzregion.

Die ersten systematischen Untersuchungen zu muskulären Übertragungsschmerzen wurden 1938 von Dr. Kellgren in London veröffentlicht. Er konnte einen Zusammenhang zwischen bestimmten Schmerzregionen und mehr oder weniger weit entfernt liegenden druckschmerzhaften Muskeln wissenschaftlich nachweisen. Durch die Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels in diese Muskeln ließen sich die Schmerzen der Patienten deutlich lindern.

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In Amerika wurde Dr. Janet Travell auf diese Arbeiten aufmerksam und fand durch umfangreiche Untersuchungen heraus, dass muskuläre Verspannungszentren (Triggerpunkte) überaus häufig die Ursache für eine Vielzahl von Schmerzen sind.

Zusammen mit Prof. David Simons erstellte sie in der 2. Hälfte des 20. JH für fast alle Muskeln detaillierte Schmerzkarten. Neben umfangreichen Abhandlungen über Diagnostik und Therapie der Triggerpunkte sind diese Karten Bestandteil des 2-bändigen Lehrbuches „Handbuch der Muskeltriggerpunkte“ geworden.

Als Pioniere der Triggerpunkt-Medizin haben Dr. Travell und Prof. Simons eine neuartige Therapie aus der Taufe gehoben.

Mehrere Jahrzehnte waren muskuläre Dehntechniken und die Injektionen örtlicher Betäubungsmittel die Behandlung der Wahl in der Triggerpunkt-Medizin. Durch wissenschaftliche Untersuchungen konnte jedoch gezeigt werden, dass die schmerzlindernde Wirkung nicht von der Substanz abhängt, die in den Triggerpunkt injiziert wird.

Es stellte sich vielmehr heraus, dass es der Reiz der Nadel in der Triggerpunkt-Region ist, der die schmerzlindernde Wirkung auslöst. Dieses „trockene Nadeln“ (dry needling) war den Injektionsverfahren nicht nur ebenbürtig, sondern oft sogar deutlich überlegen.

Später wurden Akupunkturnadeln anstelle der Injektionskanülen zur Behandlung eingesetzt. Damit wurde aus der Triggerpunkt-Injektion die Triggerpunkt-Akupunktur, die sich zunehmend als hocheffektiver Standard durchsetzt.

In den vergangenen Jahren konnte Prof. Mense (Institut für Anatomie und Zellbiologie III der Uni Heidelberg) durch seine Grundlagenforschung viele Aspekte der praktischen Triggerpunkt-Therapie naturwissenschaftlich untermauern.

Auch haben weitere namhafte Autoren durch ihre Veröffentlichungen und Lehrbücher zur Verbreitung der Triggerpunkt-Behandlung beigetragen wie z.B.: Baldry (England), Davies (USA),Dejung (Schweiz), Gunn (Kanada), Irnich (Deutschland), Lewit (Tschechien), Pöntinen (Finnland),Seem (USA), Shah (USA).

Zitate aus der internationalen Literatur

„Der Muskel ist ein verwaistes Organ. Da sich keine medizinische Spezialdisziplin für ihn zuständig fühlt, sieht es kein Bereich der Medizin als seine Aufgabe, sich mit den muskulären Ursachen von Schmerzen zu befassen, und Medizinstudenten und Physiotherapeuten erhalten keine gründliche Ausbildung in der Diagnose und Behandlung von Muskeltriggerpunkten. Erfahrene Kliniker halten Muskeltriggerpunkte für die häufigste Ursache der so verbreiteten rätselhaften muskuloskelettalen Schmerzen; es kann jedoch sehr schwierig und frustrierend sein, einen wirklich kompetenten Praktiker zu finden, der solche Probleme erfolgreich zu behandeln vermag.“ Prof. David G. Simons, Pionier der Triggerpunkt-Medizin, aus dem Vorwort zu Davies, Clair & Amber: „Arbeitsbuch Triggerpunkt-Therapie“ 2004 / Übersetzung Junfermann Verlag, Paderborn, 2008

„Der Triggerpunkt, wie er heute definiert wird, ist gewiss die häufigste Manifestation des Schmerzes im Bewegungssystem, wenn nicht im Organismus überhaupt. Trotzdem wird ihm bei weitem nicht die Aufmerksamkeit gewidmet, die seiner Bedeutung entspricht.“ Prof. Karl Lewit, M.D., Dr. Sc., Prag, aus dem Geleitwort zu „Triggerpunkt-Therapie“ von Beat Dejung, Bern, 3. Auflage, 2009

„Sowohl Patienten als auch Therapeuten, die versuchen, hier Linderung zu verschaffen, werden von muskulären (myofascialen) Schmerzsyndromen gleichermaßen geplagt. Die Kriterien für Diagnose und Therapie sind noch nicht einhellig akzeptiert. Die größten Erfolge wurden durch die hingebungsvollen Bemühungen einer kleinen Schar von Therapeuten erzielt, die den myofascialen Schmerz zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben.“ John D. Loeser MD, Direktor am Multidisciplinary Pain Center, Professor für Neurochirurgie und Anästhesiologie, aus dem Vorwort zu „Die Behandlung chronischer Schmerzen nach Gunn“ von C.C. Gunn, Seattle, 1996 / Übersetzung: Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft Uelzen, 1999.

„Die Situation ist umso unverständlicher, als Muskelschmerzen zu den häufigsten Beschwerden in der Bevölkerung gehören. Viele Patienten mit relativ einfach zu behandelnden Triggerpunkten irren von Arzt zu Arzt, weil sie niemanden finden, der ihnen Linderung der Beschwerden verschafft. Darüber hinaus stellt das mangelnde Wissen bzw. die mangelnde Akzeptanz von Triggerpunkten für die Patienten eine zusätzliche psychische Belastung dar, weil sie die Skepsis der Therapeuten spüren.“ Siegfried Mense, Prof. für Anatomie und Zellbiologie, Universität Heidelberg, aus dem Geleitwort zu Gautschi, Roland: „Manuelle Triggerpunkt-Therapie“, Thieme Verlag, Stuttgart, 2010

Die Grundlagen der Triggerpunkt-Medizin

Schulmedizinisch werden verschiedene Ursachen für die Entstehung von Schmerzen diskutiert, so zum Beispiel: degenerativer Gelenkverschleiß (Arthrose), Blockierung von Gelenken, Bandscheibenvorfälle mit Kompression von Nervenwurzeln, Nerven- und Gelenkentzündungen, psychische und psychosomatische Störungen. Bereits 1938 entdeckte Dr. Kellgren in London, dass ein gereizter und verspannter Muskel Schmerzen hervorruft, die meist nicht im Muskel selbst, sondern weiter entfernt empfunden werden. Einige Jahre später fand Dr. Janet Travell in den USA durch ihre Untersuchungen heraus, dass muskuläre Triggerpunkte die Ursache für solche Schmerzen sind und dass dieses Phänomen überaus häufig ist.

Was genau sind Triggerpunkte?

Es handelt sich um kleine Entzündungsherde, die durch akute oder chronische Überlastung in jedem Muskel enstehen können. Die Folgen sind Verspannungen einzelner Muskelfasern und Entzündungen von Nervenendigungen tief im Muskel. Durch eine Umschaltung im Rückenmark wird der Schmerz vom Patienten in der Regel nicht im betroffenen Muskel selbst, sondern mehr oder weniger weit entfernt empfunden (siehe Muskelgalerie). Dieses Phänomen heißt in der Wissenschaft „muskulärer Übertragungsschmerz“ - es ist quasi der Schlüssel zum Verständnis in der Triggerpunkt-Medizin. So sind zum Beispiel oft Triggerpunkte im Schulterblattmuskel für Schmerzen in Ellenbogen, Handgelenk und Hand verantwortlich. Schmerzen unter dem Fuß, in der Ferse und im Knie können durch Triggerpunkte im Wadenmuskel hervorgerufen werden. Bei Kopfschmerzen und Migräne finden sich in vielen Fällen ursächliche Triggerpunkte in den seitlichen Halsmuskeln sowie in den Muskeln der Nacken-Schulter-Region. Diagnose und Therapie werden dann oft fehlgeleitet, wenn am Ort des Schmerzes und nicht am Ort der Ursache, dem Triggerpunkt, behandelt wird. Die Schmerzstärke durch Muskel-Triggerpunkte ist oft sehr hoch. Schmerzstufe 10 auf der Skala von 0 bis 10 wird von Triggerpunkten in einer Phase akuter Aktivität leicht erreicht. Der Schmerz wird häufig als schwer erträglich empfunden. Die Neigung zu chronischen Verläufen ist erheblich. Neben Schmerzen und muskulären Funktionsstörungen wird eine Vielzahl weiterer Symptome und Erkrankungen durch Muskel-Triggerpunkte hervorgerufen. Dazu zählen u.a. Missempfindungen und Taubheitsgefühl, Entzündungen in Gelenken und Schleimbeuteln, Muskelkrämpfe, Schwindel und verschiedene Funktionsstörungen der inneren Organe.

Triggerpunkte sind behandelbar

Unbehandelt können Triggerpunkte jahrzehntelang existieren und immer wieder Schmerzen verursachen. In manchen Fällen lassen sich Schmerzen durch einige wenige Behandlungen auch noch nach jahre- oder jahrzehntelanger Erkrankungsdauer vollständig und nachhaltig beseitigen. In vielen Fällen ist bei chronischen Erkrankungen aber eine längerfristige Therapie erforderlich.

Was bedeutet TriAS?

Die Abkürzung steht für „Triggerpunkt-Auflösung zur Schmerzbehandlung“. Die Kombination verschiedener Nadeltechniken ist zur Auflösung muskulärer Verspannungen besonders geeignet. Dabei werden die für die Schmerzen ursächlichen Triggerpunkte in der Tiefe der Muskulatur durch Tastuntersuchung (Palpation) präzise aufgespürt und mit geeigneten Akupunkturnadeln schonend deaktiviert.

Wie schnell kann man eine Besserung erwarten?

Die Antwort auf diese Frage ist abhängig von Art und Dauer der Erkrankung. Auch spielt es eine Rolle, welche Muskeln betroffen sind. Es gibt Muskeln, die relativ schnell auf eine Behandlung mit TriAS-Triggerpunkt-Akupunktur ansprechen. Bei anderen Muskeln sind häufigere Wiederholungen erforderlich. Manchmal verschwinden die Schmerzen schon nach wenigen Triggerpunkt-Akupunkturen, manchmal erst gegen Ende der Behandlungsserie, in Einzelfällen auch erst Wochen nach der letzten Triggerpunkt-Behandlung (Spätwirkung).

Wie gut ist die Wirksamkeit der TriAS-Triggerpunkt-Akupunktur?

Eine Befragung von 736 Patienten in den Jahren 2003 bis 2005 in der Praxis Dr. Kohls in Wiehl ergab folgendes Resultat: 93% berichteten von einer Besserung. Bei 59% war das Ergebnis sehr gut - auch nach einer Erkrankungsdauer von bis zu 30 Jahren. Bei25% war das Ergebnis gut. Bei 10% konnte eine geringe Besserung erreicht werden. Nur 7% der Patienten verspürten keine Linderung. Auch in mehreren Vergleichsquartalen (2006 - 2010) konnte eine gute bis sehr gute Besserung in78 bis 82% der Fälle erzielt werden. (Quelle: Praxis Dr. Kohls, Wiehl)

Wie hoch sind die Kosten der Behandlung?

Die Behandlungskosten orientieren sich an der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Höhe richtet sich nach Aufwand und Zeitdauer sowie nach der Anzahl der Regionen. TriAS-Triggerpunkt-Akupunkturen gehören zu den privatärztlichen Leistungen. Ein Erstattungsanspruch gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung besteht nicht. Von den Privatkassen wird die Therapie als Schmerz-Akupunktur nach den Sätzen der GOÄ in der Regel ganz oder teilweise übernommen (Angabe ohne Gewähr).

Wie viele Behandlungen sind notwendig?

Die Anzahl der Akupunkturen ist abhängig von der individuellen Vorgeschichte (Anamnese) des Patienten und von der individuellen Bereitschaft der Muskeln, auf die Therapie anzusprechen. Prinzipiell sind umso mehr Behandlungen erforderlich, je länger die Schmerzen bereits bestanden. Bei akuten Schmerzen reichen oft 4 - 6 Termine zur Deaktivierung ursächlicher Triggerpunkte. Bei chronischen Verläufen ist in der Regel eine (Start-)Serie von 10 – 12 Behandlungsterminen erforderlich. In manchen Fällen ist darüber hinaus eine längerfristig begleitende Behandlung sinnvoll. Die individuelle Planung erfolgt in einem Anamnese-Gespräch.


Weitere Informationen finden Sie unter: www.trias-kohls.de

Hinweis: Die TriAS-Triggerpunkt-Akupunktur ist eine neuartige Behandlungsmethode, die auf der Basis etablierter Methoden entwickelt wurde. Wie die Mehrzahl etablierter medizinischer Therapieverfahren, ist auch die TriAS-Triggerpunkt-Akupunktur noch nicht nach den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin wissenschaftlich hinreichend abgesichert. Insbesondere existieren noch keine randomisierten, kontrollierten Studien oder übergreifende Metaanalysen. Ein Erfolg der TriAS-Therapie kann nicht in jedem Behandlungsfall gewährleistet werden. Allerdings existieren eine ganze Reihe von beeindruckenden Patientenberichten, Fallbeispielen und Erfahrungsberichten zu Erkrankungen, die mit der TriAS-Triggerpunkt-Akupunktur erfolgreich behandelt wurden - siehe www.dgtrias.de / Fälle. Bilder, Texte und Fälle dienen der allgemeinen Information über die TriAS-Triggerpunkt-Akupunktur. Sie ersetzen im Einzelfall weder eine persönliche triggerpunkt-medizinische Beratung noch eine notwendige schulmedizinische Diagnostik und Therapie. Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder Therapeuten!